11/03/2026 0 Kommentare
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 56
Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 56
# Jubiläum250

Katholisches Leben in Stralsund – eine Zeitschiene bis in die Gegenwart - Episode 56
Katholische Priester der 70er - Teil - 2 Hippiezeit / Schlaghose und Maxikleid
Die Jahreswende 1978/1979 brachte extreme Witterungsbedingungen. Am 31. Dezember 1978 brach der gesamte Verkehr zusammen, da innerhalb weniger Stunden starker Schneefall einsetzte, begleitet von Stürmen und Temperaturen um minus 15 Grad Celsius. Mitte Februar 1979 wiederholte sich das mit orkanartigen Stürmen und Schneefällen. Die Nationale Volksarmee räumte die Schneemassen, während Marine-Hubschrauber 18 Gemeinden in Stralsund, Rügen und Hiddensee versorgten.
4) Kaplan Joachim Kucklick

Geboren am 15.09. 1940 in Berlin, geweiht am 27.06. 1970 von Alfred Kardinal Bengsch. Erste Kaplansstelle war Pritzwalk St. Anna, er war von 01. 12. 1972 bis 01.08. 1974 bei uns Kaplan. Dann Kaplan in Berlin-Buch Gemeinde Mater Dolorosa. Danach Kuratus in Straßburg von 1977 bis 1982, anschließend in Torgelow und Viereck, danach Berlin St. Georg in Berlin Pankow, übernahm später die Pfarrei Corpus Christi und war Dekan im Dekanat Pasewalk sowie für Berlin Weißensee und dann für Berlin Prenzlauer Berg und Mitte. Ab 01.08.2012 ist sein Ruhesitz als Seniorpfarrer in St. Dominicus in Berlin Neukölln.
Kaplan Joachim, Kucklick: Gemeindeglieder und Andere berichten aus eigenem Erleben
Aus der Biographie von Pfarrer/Kaplan Joachim Kucklick
1977
1. März - Pfarrer von Strasburg wird Joachim Kucklick. Ab 01.10. wird das Pfarrgrundstück Schulstraße 10 Volkseigentum. Die Gemeinde hat nun kein Pfarrhaus mehr.
1982
01.10. Der Pfarrer Kucklick übernimmt die Gemeinde Torgelow und wird Administrator für Viereck.
1988 St. Georg Berlin Pankow : Joachim Kucklick (1988–1994) seit 1985 Kaplan in der Gemeinde
Kaplan/Pfarrer Joachim Kucklick
Berlin: Aufstehen, hingehen, bekennen - Gläubige, zeigt euch, fordert der Pfarrer
11.10.2004,
Ein Baugerüst mit zerfetzten Plastikplanen, davor ein Schuttcontainer und ein Bauwagen – die Fassade ist wenig einladend. Die hübsche Backsteinkirche von 1896 ist erst zu sehen, wenn man den heckenbepflanzten Hinterhof betritt. Vögel zwitschern. Im Innenraum der Sankt Gertrud Kirche in Prenzlauer Berg hängen quadratische Steinbilder an der Wand, die Passion Christi. Darüber zieht sich das dunkle, mit geometrischen Formen verzierte Holzgeländer des Chors durch den Raum. Durch die riesigen bunt verglasten Fenster fällt rot-gelb-blau verfärbtes Licht. Vielleicht hat Joachim Kucklick die zerbröckelte Hausfassade, hinter der die hübsche Kirche versteckt liegt, zu seiner Predigt inspiriert.
„Bei seiner Wanderung nach Jerusalem zog er durch die Grenzgebiete von Samaria und Galiläa.“ Pfarrer Kucklick zieht die Augenbrauen hinter der großen Brille hoch, als er mit warmer, knarziger Stimme aus dem Lukas-Evangelium vorliest. Jesus zieht durch ein Dorf, in dem ihm zehn aussätzige Männer begegnen, erzählt er. Als sie ihn um Hilfe bitten, antwortet er, sie sollten sich den Priestern zeigen. Auf dem Weg dorthin werden sie geheilt. Aber nur einer kehrt zurück und wirft sich Jesus zu Füßen. „Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir Heilung gebracht“, sagt Jesus zu ihm.

Viele Theologen beklagten den Rückzug der Christen in einen privaten Glauben, beginnt Pfarrer Kucklick seine Interpretation. Dass die Zahl der Gläubigen abnähme, liege auch daran. Aber worin begründet sich Glauben? Das zeige die zitierte Bibelstelle: In dem Bewusstsein, dass jemand sich zuständig fühle für in Not Geratene. „Und in Dankbarkeit.“ Der Dankbare nehme das Gute nicht als selbstverständlich an , er suche nach dessen Urheber. „Wenn wir dankbar sind, und wenn wir uns nicht zurückhalten, kann unser Glaube ansteckend werden“, sagt Kucklick. Die Besucher nehmen ihn beim Wort, das nächste Lied hallt besonders laut durch den hohen Raum: „Wir glauben an den einen Gott.“
Anne Seith - Gemeinde St. Gertrud -Berlin
Joachim Kucklick inzwischen Pfarrer der Berliner Gemeinde Corpus Christi
Predigt-Gedanken als Pfarrer der Gemeinde Corpus Christi in Berlin
Kein Mensch hindert Gott an seiner Geduld
Manchmal wünschen wir uns, wenn wir von Gott oder über Gott sprechen, daß er seine Stärke doch endlich einmal zeigen soll, vor allem gegenüber denen, die Übles und Unrechtes tun. Dabei denken wir an Strafe und Vernichtung, und die sollte möglichst sofort geschehen. Wenn das nicht geschieht, folgern Menschen oft: Gott will es nicht oder er kann es nicht. Zweifel stellen sich ein an seiner Macht und auch an seiner Existenz.
Nun sagen schon Psychologen und unsere eigenen Erfahrungen, daß Stärke nicht darin besteht, mit eiserner Faust zu regieren. Im Gegenteil, wer nur durch Zuschlagen oder Zerschlagen etwas ausrichten will, der offenbart, daß er schwach ist, daß er fürchtet, seinen Einfluss zu verlieren, daß er aus Angst um sich selbst handelt. Wer sich wirklich auf den Menschen einlässt, muss andere Wege der Stärke gehen. Das tun zum Beispiel Eltern, die ein Fehlverhalten ihrer Kinder immer wieder mit Güte und Nachsicht beheben wollen und die erst einmal selbst für einen angerichteten Schaden eintreten. Solcher Einsatz ist auf Dauer ein stärkerer Appell an das Gute und bleibt länger in Erinnerung als gewalttätiges Durchgreifen, das nur Erschrecken bewirkt.
Die Heilige Schrift bezeugt uns von Gott, daß er stark ist, weil er für alles Sorge trägt. Nichts im Menschlichen Leben ist ihm gleichgültig - auf alles achtet er. Recht und Unrecht sieht er und nennt es beim Namen oder läßt es beim Namen nennen. Er beschönigt und entschuldigt nicht das Unrecht, sondern nennt es Auflehnung und macht deutlich, daß die Folgen auf den Menschen selbst zurückfallen.
Man muss sicher einmal erlebt haben, wie ein Mensch sich vom Unrecht abkehrt, vielleicht auch erst nach langer Zeit, um zu verstehen, daß Gott sein Sorgen um den einzelnen Menschen nicht aufgibt. Kein Mensch kann verhindern, daß Gott auch für das Leben der Verachteten, Erniedrigten und Getöteten schon Vorsorge getroffen hat und den Schuldig-Gewordenen bis zuletzt ermöglicht, daß sie sich seiner Güte anvertrauen. Er läßt den Menschen Zeit, ihr Fehlverhalten zu ändern. Nur ein Liebender bringt das zustande - nachsichtig zu sein, geduldig zu sein, warten zu können auf die Hinwendung zum Guten. Menschen können das mit der eigenen Mutter erleben und so aufmerksam werden auf einen Gott, der darin seine mütterliche Seite zeigt. Gottes Stärke besteht darin, daß er in Milde richtet.
Er sieht nicht allein die reinen Fakten, sondern er sieht auf das Herz, auf die Bemühungen zum Guten und auf die Bitte um Hilfe, wenn man aus eigener Kraft nicht mehr weiterkommt. Auf diese Stärke Gottes macht Jesus aufmerksam.
In Sorge, Nachsicht und Milde will Gott den Menschen gerecht werden. Das ist seine Stärke, mit der er auch unser Leben begleitet. Steckt aber nicht in einer solchen Vorstellung von Gott zu viel Nachsicht? Ist solche Nachsicht nicht geradezu eine Aufforderung, das Böse wie bisher weiterlaufen zu lassen?
Der Preis der Wahrheit
Wer sich der Wahrheit stellt, kommt nicht um Leiden oder wenigstens schmerzhafte Erfahrung herum. Ob ich von jemandem verlange, dass er sich an die Wahrheit hält, oder ob das jemand von mir verlangt, immer wird es ein schmerzhafter Prozess sein. Denn Wahrheit einzufordern, aber auch sich der Wahrheit zu stellen, deckt Versagen auf und Schwäche und Schuld - eine unwahrhaftige Einstellung oder ein unwahrhaftiges Verhalten.
Jedenfalls ist das eine Aussage im Evangelium dieses Sonntags: Hier erweist sich Jesus als Zeuge für die Wahrheit, und als solcher verlangt er seine Anerkennung. Ihm gegenüber, der mit seinem Leben für diese Wahrheit einsteht, kann niemand mehr fragen, ob es überhaupt Wahrheit gebe, wie Pilatus es tut. Pilatus weicht der Wahrheit aus. Vor ihm steht der Ausgelieferte, Erniedrigte und Verachtete, der dies alles sich antun lässt und nicht mit Vergeltung antwortet. Er ist bereit, eher Unrecht zu erleiden als zu tun. Dafür opfert er sich auf, dafür gibt er sein Leben. Darin bestehen die Wahrheit und Weltüberlegenheit, dass nur der, das Unrecht auf sich nimmt, es wirklich beseitigen und aufheben kann. Das Einzige, was er verlangt, ist, dieses sein Opfer anzuerkennen.
Im Zusammenleben der Menschen sind Krisen unvermeidlich - in Ehe und Familie, in der Kirche, in einem Volk, zwischen verschiedenen Rassen, zwischen Einheimischen und Fremden.
Wenn es unter ihnen zu wahrer Gerechtigkeit, Eintracht und Einheit kommen soll, muss jeweils jede Seite auf die Durchsetzung eigener Interessen verzichten, die anderen ertragen, ja selbst Unrecht aushalten. Das ist ein schmerzhafter und leidvoller Prozess für einen selbst, aber darin geschieht auch eine Befreiung von Schuld. Immer wenn solches Ertragen und Aushalten geschieht, vollzieht sich ein Einsatz oder Opfer für das Leben. Das hat Jesus Christus gewollt, das hat er uns vorbereitet.
Der wahre Herr und König bezeugten seine Herrschaft auch heute noch in denen, die füreinander einstehen und das Versagen anderer auf sich nehmen. Der irdischen und politischen Macht und Machtausübung stellen Jesus sich gegenüber als derjenige, der gerade in der Situation des Unrechts Entscheidung verlangt. Er verlangt einen eindeutigen Verzicht auf sich selbst - ein Opfer zugunsten des ungerecht Behandelten.
Von Christus her ist das Opfer, das ein Mensch mit seinem je eigenen Leben bringt, etwas Lebensnotwendiges, denn es verhilft der Wahrheit zur Herrschaft.
Die eigene Lebenserfahrung kann das bestätigen. Wann immer einer für andere einsteht, ihre Schuld und Schwäche auf sich nimmt, wann immer einer so die irdische Macht und Gerechtigkeit auf die Probe stellt, geht es nicht ohne Selbstverzicht, ohne Schmerz, ohne Ausdauer, vielleicht auch nicht ohne Enttäuschung. Andererseits ist es nicht weniger schmerzhaft, wenn jemand sich eingestehen muss, dass er sich zu leicht selbst entschuldigte, sich zu billig aus der selbst empfundenen Verantwortung herausredete, dass er gerade nicht dem folgte, wozu ihn sein Innerstes drängte. Der Anruf des Gewissens, der Anruf der Wahrheit mag unbequem sein. Aber wer sich darauf einlässt, erfährt auf die lange Sicht Befreiung, Ruhe und Frieden in seinem Leben und letztlich auch Freude.
28. April - Heilige Messe in St. Dominicus, Berlin-Gropiusstadt
Am ersten Sonntag nach Ostern, dem Weißen Sonntag (die Neugetauften trugen bis zu diesem Tag ihre weißen Taufgewänder), sang die Ökumenische Seniorenkantorei unter Leitung von KMD Konrad Winkler im 11 Uhr-Gottesdienst in St. Dominicus. Vorausgegangen war dort der Familiengottesdienst. Daher feierte Pfarrer i.R. Joachim Kucklick nur mit einer kleineren Schar von Gläubigen die heilige Messe. In dem einladenden, hellen, runden Kirchenbau hängt seit Ende 2018 über dem Altar, in der Kuppel, ein Lichtkreuz, das der Künstler Ludger Hinse (geb. 1948) eigens für diesen Raum geschaffen hat. Es bewegt sich, es bekommt Licht durch die Glaskuppel und den Leuchter in der Kirche. Dadurch entsteht ein Farbspiel und die Blicke werden nach oben – zum Himmel – gelenkt. So wird das Kreuz zum Zeichen der Hoffnung, es weist hin auf etwas, das über den Tod hinausgeht. Vor einem Jahr sahen wir ein solches Lichtkreuz in St. Hedwig. Man bezeichnet ein Lichtkreuz auch als Himmelsleiter. Es ist in der Tat ein österliches Zeichen!
Pfarrbrief Sankt Dominicus Berlin
Das erwähnte Lichtkreuz fand auch in unserer Pfarrei Bewunderer.

5) Kaplan Klaus Vopravil
geboren am 26.09. 1938, geweiht am 30.06. 1963. Er war von 01. 08. 1974 bis 15.11. 1977 bei uns Kaplan. Danach Pfarrer in Rathenow bis 1993, nach kurzer, schwerer Krankheit verstarb er am 23.03.1993.
Kaplan Klaus, Vopravil Gemeindeglieder und Andere berichten
Gemeinde St. Georg Rathenow: Klaus Vopravil
1985–1993dort Pfarrer bis zu seinem frühen Tod
Unsere Zeit mit Kaplan Klaus Vopravil 1976-1978
Ein Kaplan, der unsere damalige Jugend in Zusammenhalt, Freundschaft, Glaubensfragen geprägt hat.
Den Freundeskreis der Jugend gibt es noch heute und viele Pärchen haben sich daraus gebildet.
Kaplan Vopravil, von allen Vopi genannt, organisierte viele Jugendtreffen unter verdeckten Namen, da offizielle Feiern der Kirche nicht erlaubt waren. So wurden unter dem Deckmantel von Geburtstagen oder Verlobung Familientreffen usw. Scheunen- und Garagenpartys organisiert. Hier wurden dann u.a. Jugendaufnahmen und Jugendtreffen gefeiert. So gab es das Dekanatsjugendtreffen im Oktober 1977 mit 160 Jugendlichen in der Pantelitzer Scheune. Vopi’s größte Sorge war, dass sich keine Pärchen in dem großen Strohbergen zu schaffen machten.
Es gab ökumenische Treffen und Wochenenden im der evangelischen Gemeinde an der Stadtmauer.
Die wöchentliche Komplet/Vesper am Samstagabend war ein wichtiger Treff für alle. Jugendliche wurden ermuntert zur Selbstgestaltung… Anschließend ging es mal in die Milchbar, gemeinsam einen Landstreicher trinken, mal in die alte Gaststätte Frankenstraße auf ein Bierchen. Hier wurde viel erzählt und gelacht, denn auch Vopi erzählte von seiner spannenden Jugendzeit. Oder wir feierten bis in die Morgenstunden am Lagerfeuer in Klein Kordshagen.
„Vopi“ hielt ganz regen Kontakt zu Jugendlichen, die ihren Wehrdienst leisteten, schickte aber auch Jugendliche vor Ort in die „Mission“, um verlorene Seelen wieder zu erwecken.
Im Sommer wurden gemeinsame Strandausflüge nach Zingst unternommen, danach traf man sich in Pantelitz zum Käffchen und „Lügenmex“ spielen.
Wir feierten regelmäßig Jugendgottesdienste mit Liedern, die uns bis heute begleiten. Es wurden Theaterstücke geprobt und aufgeführt. Auch Squaretänze wurden immer gern getanzt.
Es gab die Jugendwochenenden in Thurow mit Gespensternacht und Spielrunden, wie „Heil Cäsar, deine Legionen sind vernichtet…“ oder „Allah schenk mir eine große weiße Schlange…“.
Schön war die Zeit!
Barbara Wanitschke
6) Pfarrer Wolfgang, Ehmer

geboren am 31.05. 1936 in Frankfurt/Oder, geweiht am 30.06. 1963 in Berlin St. Augustinus. Kaplan war er in Schwedt, ab 1966 dann Kaplan in Wittenberge, und in Neustadt/Dosse, 1970 Kaplan in Wittstock, 1973 Angermünde, dann war er von 01. 08. 1974 bis 01.09. 1980 bei uns Kaplan, hier wurde er auch Pfarrer. Danach ab 1980 seine erste Pfarrstelle in Schönwalde bei Berlin, dann Pfarrer in Friessack, hier auch Dekan des Dekanat Nauen, und wurde 1995 zusätzlich Administratorin Maria Himmelfahrt in Fehrbellin – Seinen wohlverdienten Ruhestand trat er am 01.08. 2004 an und kehrte an den Ort seiner ersten Kaplanstelle nach Schwedt zurück, er verstarb am 11.09. 2014.
Pfarrer Wolfgang, Ehmer: Gemeindeglieder und Andere berichten
Aus dem Pfarrbrief "Marienbote" - Katholische Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt, Schwedt / Angermünde, Oktober / November 2014:
Am Donnerstag, dem 11. September 2014, verstarb Pfarrer i. R. Wolfgang Ehmer im Alter von 78 Jahren. Am 18. September 2014, fand die Trauerfeier statt, bei der zahlreiche Mitglieder der Gemeinde und geistliche Mitbrüder anwesend waren. Das Requiem wurde vom Altweihbischof in unserer Pfarrkirche zelebriert. Pfarrer Richter ehrte den Verstorbenen in einem feierlichen Gottesdienst, der sowohl als Abschiedsgottesdienst als auch als Dankgottesdienst für sein Leben und Wirken gestaltet war.
Pfarrer Wolfgang Ehmer wurde am 31. Mai 1936 in Frankfurt/Oder geboren und stammte aus einem evangelischen Elternhaus. Sein Vater verstarb 1940 und seine Mutter kam 1945 durch einen russischen Panzer ums Leben. Nach diesen traumatischen Erlebnissen des Zweiten Weltkrieges wuchsen er und sein jüngerer Bruder zunächst im St. Josefsheim in Frankfurt/Oder auf. Dort konvertierten sie zum katholischen Glauben. Nach Abschluss der Grundschule lebten beide bei ihrer Taufpatin Agnes Fechner. Wolfgang Ehmer absolvierte das Abitur an der Oberschule in Frankfurt/Oder und begann 1957 ein Philosophie - und Theologiestudium in Erfurt. Am 30. Juni 1963 wurde er in St. Augustinus in Berlin Prenzlauer Berg zum Priester geweiht.
Seinen priesterlichen Dienst begann er als Kaplan in Schwedt/Oder und war anschließend in Wittenberge, Neustadt/Dosse, Wittstock, Angermünde und Stralsund tätig. Im Jahr 1974 erhielt er den Titel Pfarrer. Seine weiteren Stationen waren Schönewalde, Friesack und Fehrbellin. Eine Zeit lang war Wolfgang Ehmer stellvertretender Dekan des Dekanates Nauen.
Nach seiner Pensionierung im Jahr 2004 kehrte er nach Schwedt/Oder zurück und unterstützte die Seelsorge in unserer Pfarrei, solange es seine Kräfte zuließen. Familie Ertl, die ihm während seines gesamten priesterlichen Lebens freundschaftlich verbunden war, kümmerte sich um ihn und gewährte ihm in seinen letzten Tagen jede notwendige Hilfe und Unterstützung.
Pfarrer Ehmer war dafür bekannt, dass er den Menschen nahe sein wollte und ihnen in ihren alltäglichen Sorgen und Nöten beistand. Er war ein treuer Hirte, der bescheiden und zuverlässig das Evangelium verkündete. So werden wir ihn in Erinnerung behalten.
Wir vertrauen auf die Barmherzigkeit Gottes und bitten darum, dass der Herr ihm all das Gute, was er den Menschen in den Gemeinden getan hat, in seinem Reich vergelte.
Von Pfr. Wolfgang Ehmer gehaltene Predigt
Zum Sonntagsevangelium: „In der Sonne des Wohlstands, aber eingehen vor Kälte?“
Wie unterschiedlich doch die Zeiten sind. Wir sind gewohnt, Christus im Kreis seiner Jünger zu sehen. Sie sind seine Schüler, wie es bei einem Rabbi üblich war. Sie gehen mit ihm den Weg. Er zieht sie gemeinsam oder persönlich ins Gespräch, um in ihnen Verständnis und Liebe für die Botschaft von der kommenden Gottesherrschaft heranzubilden.
Sie sind seine Zeugen. Gemeinsam schickt er sie auf den Weg. Sie teilen Mühe und Erfolg mit ihm. Wie er lehrt und tröstet, ermuntert und tadelt, bejubelt , aber auch angefeindet wird. So kämpfen und leiden sie mit. Ihre Ausrüstung, mit der sie sich auf den Weg machen, ist minimal. Kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld, keinen zweiten Rock, kein festes Schuhwerk. Einfach und in Freiheit soll die Entscheidung für Christus fallen. Er zwingt niemanden!

Und was heißt das heute? Woran muss sich etwas ändern? Am Inhalt bestimmt nichts, doch Fehlhaltungen müssen aufgezeigt werden. So müsste die Haltung des Konsumdenkens aufgebrochen werden. Wir kaufen was zu kaufen ist, aber nicht alles ist käuflich. Und - Das Käufliche ist nicht alles. Vieles ist unbezahlbar: Die wahre Liebe, der gute Mensch, der allmächtige Gott – sind unbezahlbar. Man kann sie nicht kaufen für kein Geld der Welt. Wir können uns alles Mögliche leisten und trotzdem werden viele unter uns das Gefühl nicht los, leer auszugehen, um das wichtige im Leben betrogen zu sein. So dicht liegt das nebeneinander: Fülle und Leere. Satt sein und Zufriedenheit, Reichtum und Angst. Erfolg und Resignation. Wir sitzen in der Sonne des Wohlstands und gehen ein vor Kälte. Wer dagegen einen Sinn hat für das Unbezahlbare, sollte wirklich darüber nachdenken.
WAS VON 1975-1980 IM BISTUM DER WELTKIRCHE UND SONST PASSIERTE
BISTUM
1979 Bischof: Alfred Kardinal Bengsch stirbt
Weihbischof: Johannes Kleineidam
1980 Joachim Meisner wird neuer Bischof / Weihbischof: Johannes Kleineidam • Katholikentag in Berlin
WELTKIRCHE
1978 Drei-Päpste-Jahr: Paul VI. stirbt im August / sein Nachfolger Johannes Paul I. stirbt nach 33 Tagen im Amt im September / zu seinem Nachfolger wird Johannes Paul II. gewählt
1979 Mutter Theresa wird der Friedensnobelpreis verliehen • Vatikanische Glaubenskongregation entzieht dem Theologen Hans Küng die Lehrbefugnis
1980 Papst Johannes Paul II. besucht Deutschland (seit 200 Jahren erster Besuch eines Papstes)
WAS SONST NOCH PASSIERTE
1978 Geburt des ersten im Reagenzglas gezeugten Retortenbabys in England
Erster Weltraumflug eines Deutschen, des Kosmonauten Sigmund Jähn aus der DDR
1979 Erste Welt-Klima-Konferenz in Genf • Spektakuläre Flucht von zwei Familien aus der DDR in einem Heißluftballon
1980 Gründung der Partei Die Grünen
Streiks in der Danziger Lenin-Werft / Gründung der Gewerkschaft Solidarność in Polen
Beginn des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak
Straßenschlachten in Berlin-Kreuzberg zwischen Hausbesetzern und der Polizei
In Deutschland gilt erstmalig die mitteleuropäische Sommerzeit
In Gedenken an Frau Felicitas Knoppke; verstorben 2024 /
Überarbeitet von Roland Steinfurth
Korrektur Wolfgang Vogt
Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit Stralsund
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